- Lebenshilfe -


KÖLSCH-Test, zweiter Versuch

(mshs) "Liebe Freunde und Mitglieder der KPdSU, der Kölsch-Partei der Schleidener Umgebung; wir haben uns hier versammelt, um unter hochwissenschaftlichen Aspekten das Kölsch des Jahres zu ermitteln..." - Mit diesen feierlichen Worten eröffnete KPdSU-Chef Markus Struben (Gregor, Du hast nen Chef-Komplex! Anm. fe) das konspirative Treffen der Kölsch-Trinker-Elite des Städtischen Gymnasiums Schleiden (KTEdSGS) in der Kellerbar des elterlichen Hofes, um diese von so vielen verehrte obergärige Brauspezialität aus Colonia auf Hopfen und Malz zu untersuchen.

Böse Zungen behaupten, diese Zusammenkunft sei nur zustandekommen, um ein großes Besäufnis zu starten. Welch schlimme Anschuldigung! Wie konnte es zu so etwas kommen? Das hat uns natürlich sehr tief getroffen und stark verletzt - wer mochte wohl dieses Parteigeheimnis verraten haben? Alle Vermutungen verschärfen sich mittlerweile darauf, daß es sich bei M. M. um einen feindlichen Spion der Pils-Union-Bitburger (PUB) mit dem Decknamen Mamba-Assel handelt. Es hätte uns nachdenklich stimmen sollen, daß er sich während unserer wissenschaftlichen Arbeit einen Stubbi nach dem anderen reinkippte. Soll er doch an einer Pilzvergiftung verrecken!

Nun aber zurück zum Test. Der Sieger stand von vornherein natürlich fest: Früh-Kölsch, weil es so richtig lecker, süffig, zünftig, frisch! Mit einer Gesamtnote von 2+ lag es eindeutig vorn. Das Gleiche galt auch für die absoluten Versager des Kölsch-Tests - d.h. der even more absolute Versager war Felskrone-Kölsch (aufgrund seines besonders steinigen Geschmackes, den wir schon beim ersten, letztlich gescheiterten, Test erleiden mußten) - Den letzten, also den 15. Platz belegte Römer-Kölsch (Note 5) aus dem ALDI, das schon wegen seiner mißgestalteten Flaschenform äußerst unangenehm auffiel; knapp vor diesem abscheulichen Gesöffs konnte sich das Brechmittel Bürger-Kölsch (ebenfalls gerade noch Note 5) plazieren.

Nun - so weit so gut (d.h. manchen ging es schon bald eher schlecht). Unser Problem lag nun darin, die Plätze 2 bis 13 zu belegen.

Die Test-Bedingungen waren äußerst hart. In einer munteren Runde saßen wir im Kreis (d.h. nach kurzer Zeit konnte von "sitzen" nicht mehr die Rede sein, es war mehr ein Hängen (und ein Würgen): Neun Jugendliche machten sich auf den Weg zum Alkoholismus. Nun wurde der "Joint" (d.h. die zu testende Kölsch-Flasche, von denen reichlich vorhanden waren, von allen 16 Testsorten mehrere Exemplare) herumgereicht, so daß alle ihre ganz persönlichen Viren und Bakterien unter die Leute bringen konnten. So war es auch nicht verwunderlich, daß das Bier teilweise nach Chips und Zigaretten schmeckte. Die zuvor aufgestellten Test-Kriterien, z.B. Geräusch beim Öffnen der Flasche, Alkoholgehalt, Gestaltung des Covers, Klang des Namens usw. usf., verloren schon bald ihre Bedeutung. Lediglich der Geschmack, evtl. auch noch der Nachgeschmack, wurde noch in die Wertung einbezogen.

Eventuell vorhandene Test-Reste wurden durch einen Kaffeefilter gejagt und in einer gegen Ende des Testes überschwappenden Kaffeekanne als Cocktail serviert. Es fand sich allerdings nur ein Testwilliger, der schon öfter nach Kölsch-Genuß unangenehm auffiel und damit sein Image von einem unsportlichen Mathematik-Genie in Gefahr brachte.

Während nun die meisten schwankenden Gestalten die an den Sonnenhof angrenzenden Wiesen ausgiebig auf biologisch-dynamische Weise zu düngen gedachten, gab der oben genannte gelockte Jüngling im Kuhstall äußerst gewagte Tanzvorstellungen, die die anwesenden Milchkühe derart in Ekstase versetzten, daß die Milchausbeute am nächsten Morgen an Magerquark erinnerte und damit den betroffenen Landwirt passend zur Milch etwas sauer stimmte.

Trotz der weit abgelegenen Position des Aussiedlerhofes kam es zu zahlreichen Beschwerden und Anzeigen bei der örtlichen Polizeistation, die ihre Begründung im ausschweifenden Gesang nicht ganz unpolitischer Lieder (Vöööölker höööört diiie Signaaale...!) fand. Doch gemäss dem Motto "Die Polizei - Dein Freund und Helfer!" wurde großzügig von einer Bestrafung abgesehen.


Hier die offiziellen Ergebnisse der KPdSU, ermittelt durch fe, th, cj, hs, ms, sowie den Gasttestern Michael Johnen, Tarek Khoury, Alexander Kuffner, Max Lorenz, die allerdings anonym bleiben wollen:

1) Früh Kölsch 2+ Kommentarlos genial
2) Maximilian Kölsch 2 Der schöne Name verpflichtet!
3) Gilden Kölsch 2- Basses! Blangemer Kölsch
4) Dom Kölsch 2- Trotz kirchlichem Namen teuflisch gut
5) Küppers Kölsch 2- Vom Namen her ganz hübsch
6) Ganser Kölsch 3+ Ganser Geschmack für 'n gansen Mann
7) Gaffel Kölsch 3+ Hau Dir Gaffel in die Waffel!
8) Richmodis Kölsch 3+ Päärds Kölsch (Grüße an Trapps Hein)
9) Sester Kölsch 3 Zu Sester laberte Eckerts Schwester
10) Kurfürsten Kölsch 4+ Erinnerungen an den Ku'damm 1990
11) Sion Kölsch 4+ Tochter Zion trinkt gern Sion
12) Reissdorf Kölsch 4 Reißt keinen vom Hocker
13) Garde Kölsch 4 Unser Beitrag zum Pazifismus
14) Bürger Kölsch 5 Nieder mit der Bourgeoisie!
15) Römer Kölsch 5- Widderliche ALDI-Pisse