- Motorsport -


Quiiitschende Reifen im Alltag

Oder: Eine Frage der Ehre
Oder: Pferdefleisch unter der Motorhaube

(decjok) Die Nordeifel hält den Atem an, denn die Romantik dieses Frühlings wurde durch die unglückselige Tatsache gestört, daß zu dieser Zeit gleich mehrere Schüler der Oberstufe des SGS einen Führerschein der Klasse III erwarben. Dies hat zur Folge, daß der durch die Innenstadtsanierung ohnehin schon stark belastete Parkplatz auf'm Driesch dieser Flut an verrosteten Studentenkarren kaum mehr standhalten kann. Wenn der intelligente Oberstufenschüler gezwungen wird, zwischen zwei Übeln zu wählen, nämlich dem fünfminütigen Warten auf den Bus und dem um 50m längeren Weg zum Bahnhof einerseits, und der Katastrophe eines Klimacrashes andererseits, so muß er sich für das erstere, entsprechend mindere Übel entscheiden. (Anm. d. Autoren: In diesem Moment, in dieser geradezu historischen Situation, fragt uns Georg Weingarten, MdDLK [Mitglied des Deutsch Leistungskurses], der gerade am benachbarten Computer verzweifelt versucht, sich sein Früh-Kölsch zu verdienen, wortwörtlich und in absoluter geistiger Anwesenheit, gewissermaßen im Vollbesitz seines gesamten Wissenspotentiales (?), uns allen Ernstes: "Artikel mit ck ?")

Aber zurück zum Thema:

Hierzu ein Bericht aus dem Leben eines Führerscheinneuerwerblinges, ein Bericht, wie er ergreifender und mitreißender nicht mehr sein kann:
"Als ich neulich mit entsprechend angemessenen zügiger Geschwindigkeit den Rennkurs befuhr (Strecke Poensgenstraße-Rösselbachtal-rechts-links-Schikane mit Geländeunebenheit-Tennisplatz-Kläranlage-Williamskombination), tauchte aus heiterem Himmel ein weißer Ford Fiesta, zwölf Zylinder, Fächerkrümmer, Schroth-gurte, Bonrath Luftfilteraufsatz (bringt für 70 DM satte 0,7 PS mehr), Doppelvergaser und Breitreifen mit Alufelgen, auf, der wie ich das entsprechend angemessen zügige Tempo um ein Vielfaches steigerte. Nach der Williamskurve (Diese Kurvenkombination heißt eigentlich Sennakurve, doch sie mußte kurzerhand aus Pietätsgründen umgetauft werden), die ich im Innenradius befuhr, um die verlorene Zeit auf den Vordermann wieder aufzuholen, die der Fiesta bei einem fahrtechnisch gewagten Manöver in der rechts-links-Schikane mit Geländeunebenheit gutmachte, stellte ich schockiert fest, daß der Fahrer des vorausfahrenden Fahrzeuges doch tatsächlich ein Jahrgangskollege war, so daß ich mir, da meine Mannesehre auf dem Spiel stand, schleunigst überlegen mußte, wie ich das Trääähmoment günstiger ausnutzen könne. Dies gelang mir, wobei es jedoch nur der überaus günstigen Witterung, sowie meiner fahrtechnischen Brillianz zu verdanken war, daß ich es in letzter Sekunde verhindern konnte, die an den Rennkurs angrenzende agrarisch genutzte Landfläche (Piefe Mattes' Kartoffelacker) frühzeitig abzuernten. Da mir Jupiter günstig beiseite stand, konnte ich kurz vor der Zielgeraden nochmals einen Vorstoß wagen, der jedoch in der Bennetton Spitzkehre (Ecke Wehrley) fast dazu geführt hätte, daß zukünftig ein Holzkreuz samt Rosenkranz die Randplanken geziert hätten."

Wie ist ein solch überaus krankes Fehlverhalten eines zuvor vorbildlich agierenden Fahrschülers zu erklären?

Dazu führten wir ein Interview mit dem international anerkannten und renommierten Psychoanalytiker, Herrn Dr. Lector.

"Dieses postpubertäre Fehlverhalten resultiert aus einer unverarbeiteten Kindheitserfahrung, welche die These über den Ur-Wettkampftrieb jedes einzelnen Individuums bekräftigt, die dadurch (bra,bra,bra...)

O.K. Leute, wir denken, daß wir euch nicht weiter mit sinnlosem und hochspastischem Gelaber zuschwallen sollten!

Zu unserer Ehrenrettung wollen wir jedoch abschließend noch folgendes anmerken:

1. Die Autoren dieses Artikels waren zur Zeit ihres schöpferischen Anfalls weder alkoholisiert, noch auf irgendeine andere Weise berauscht (so sehr dieser Artikel auch den Anschein erwecken mag!), wir ließen nur dem in uns tief verborgen steckenden Proletentrieb freien Lauf.

2. Etwaige Ähnlichkeiten der im Artikel erwähnten Personen mit den Autoren sind rein zufällig!

3. Wir sind krank (und stehen dazu!).