- Märchen -


Schließt Schildas schönste Schule?

(fe) Wundert Euch bitte nicht, daß diese Geschichte offensichtlich weder Sinn noch Verstand hat! Ich verbürge mich dafür, daß eventuelle Ähnlichkeiten mit realen Vorgängen nicht unbedingt völlig zufällig sind...

Es war einmal ein Gymnasium, das der kleinen Stadt Schilda gehörte. Es bereitete den Schildbürgern jahrzehntelang keine allzu großen Probleme, doch eines Tages geschah etwas völlig Überraschendes. Es begab sich nämlich, daß irgendwelche bösen Mächte einem im ganzen Land beliebten Wesen namens Konn Junktur heimtückisch den Garaus machten. Und so hatten die Schildbürger plötzlich große Probleme, die vielen, vielen Taler zu bezahlen, die das Gymnasium verschlang. In ihrer Not wandten sich die Schildbürger an einige benachbarte Städte, aus denen Schüler an die Schule kamen, und baten diese, auch einige Taler für das Gymnasium abzugeben. Doch diese Städte waren wohl sehr habgierig, und so sahen sie es gar nicht ein, den Schildbürgern zu helfen; sie wollten ihre schönen Taler lieber selber haben. Das machte die Schildbürger sehr wütend, und so überlegten sie sich, wie sie sich rächen könnten. Da kam ihnen die Idee, ihre Stadt zur schönsten und prunkvollsten weit und breit zu machen. Man wollte es sich nicht länger bieten lassen, daß man als einzige Stadt noch keinen "Kreisverkehr" hatte; und eine schöne Fußgängerzone hatte man ja eigentlich auch schon immer haben wollen. Also suchte man in allen auffindbaren Goldtöpfen nach verwendbaren Schätzen und wurde auch fündig. So konnten denn fleißige Arbeiter beginnen, endlich die Straßen und die Stadmitte Schildas in eine würdige Form zu bringen. Und man war wahrlich nicht kleinlich! Z.B. entschied man sich, für die Auffahrt zum Stadtschloß nur erlesene Pflastersteine zu verwenden. Schließlich mußte man ja zeigen, daß Schilda es nicht nötig hatte, sein Schloß mit einer asphaltierten Auffahrt herab- zuwürdigen.

Gleichzeitig merkte man aber auch, daß das Problem des Gymnasiums sich nicht von selbst löste. Ratlos überlegten die Schildbürger, wie man denn die fehlenden Taler bekommen konnte, und als sie nicht mehr weiter wußten, begaben sie sich auf eine weite Reise in die nächste größere Stadt, Eulenkirchen. Sie hatten gehört, daß ein dort wohnendes Wesen, genannt "Der durch den Tag Kreist" (DDDTK), ihnen vielleicht aus ihrer Not helfen könnte. Aber auch der DDDTK wimmelte die Schildbürger ab, weil er fürchtete, daß dann andere Städte neidisch werden könnten, und auch um Taler für ihre Schulen betteln würden.

Damit waren die Schildbürger endgültig verzweifelt. Ihr letzter Funken Hoffnung galt jetzt dem mächtigsten Wesen der Gegend, dem sagenumwobenen ÄrR Peeh aus dem großen Klön. Der nahm sich ein Beispiel am Orakel von Delphi und machte eine kluge Weissagung: "Ich habe im Prinzip die Macht und die Kraft, Euch aus Eurer mißlichen Lage zu helfen. Doch vor mein Eingreifen haben die Götter die Paragraphen gesetzt, und Ihr wißt ja, welch übermächtige Hürde diese gewöhnlich darstellen. Da die Götter Euch aber wohl gesonnen sind, haben sie eine kleine Gesetzeslücke eingebaut, so daß Euch eine Chance bleibt: Ihr braucht einfach nur Euer Gymnasium aufzulösen, so wird es gerettet sein!!"

Als sie diese Weissagung gehört hatten, überlegten die Schildbürger lange, was sie tun sollten. Einerseits klang es ja schon verlockend, sich mit einem kleinen Trick Hilfe von höherer Instanz zu sichern. Andererseits schien das Ganze aber doch auch sehr mystisch und abenteuerlich. Und als ordentlicher Eufler hat man ja schließlich auch seinen Stolz!

So gaben die Schildbürger denn eines Tages bekannt, daß sie sich auf keinen Fall zu Bettlern machen wollen, und deshalb ihr Gymnasium selber finanzieren würden!! Einfach so. Als wäre es plötzlich gar kein Problem mehr. Oder als wären sie für ihre bekannte Gottesfurcht mit einem Wunder belohnt worden.

Und wenn sie noch nicht abgewählt sind, dann hüten die regierenden Schildbürger noch heute das Geheimnis, wie man auf einen Schlag 1 Million Taler aus dem Ärmel schütteln kann...